Furchenkrebse - Mittelmeerfauna 2016

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Furchenkrebse



Furchen- oder Springkrebse...

...gehören in die Verwandtschaft der Einsiedlerkrebse. Ihre Beschaffung ist sehr schwierig, da sie in tieferen Arealen unterhalb der Thermoklinalen leben, wo sie kälteres Wasser bevorzugen. In einem gekühlten Meerwasseraquarium sind sie sehr ausdauernd.  

Natürlich hat der Schuppige Furchenkrebs Galathea squamifera keine Schuppen im wörtlichen Sinne, doch seinen Namen verdankt er den schuppig aussehenden Aufwüchsen auf seinen Scherenbeinen. Diese Art ist im Ostatlantik weit verbreitet und kann auch im Mittelmeer gefunden werden. Sie lebt in Tiefenbereichen unter 10 Metern und ist mindestens bis in 180 Meter Tiefe anzutreffen.
Sie leben sehr versteckt zwischen Gesteinsspalten und unter Steinen und gehen erst nachts auf Nahrungssuche. Mit ihren löffelartigen Scherenspitzen können sie Aufwuchsorganismen vom Substrat kratzen, und mit den feinen Anhängen an ihren Kiefertastern können sie wie die Porzellankrebse der Gattung Pisidia Feinstpartikel aus dem Wasser filtrieren.
Mit ihren Kiefertastern können sie auch Detritus filtrieren, der sich zwischen Gesteinsspalten niederschlägt.
Von den Systematikern wurden die Furchenkrebse zusammen mit den Einsiedlerkrebsen und den Steinkrabben in die Ordnung der Mittelkrebse Anomura gestellt, weil sie das letzte Beinpaar unter ihrer Bauchklappe versteckt tragen. Diese Beine sind besonders klein und haben höchstens ein Drittel der Länge der anderen Beine. Die meisten Arten aus diesem Formenkreis leben bodenorientiert, doch gibt es auch einige Arten, wie z.B. den Hummerkrill Pleuroncodes planipes, der sich regelmäßig in großen Mengen freischwimmend vor den Küsten Kaliforniens trifft, um seinem Brutgeschäft nachzugehen. Danach werden sie dann in großen Mengen an den Stränden angespült, und färben diese mit ihren toten Körpern regelrecht rot.
Die Arten des Nordatlantiks und des Mittelmeeres treten jedoch nie in solchen Mengen auf, und dass ein Krabbenkutter sie als Beifang anlandet, kommt nur extrem selten vor. Solche Fänge werden vor allem nach Stürmen angelandet, wenn aufsteigende Tiefenströmungen die Bewohner größerer Meerestiefen in flachere Bereiche verdriften.
Bei entsprechender Kühlung sind sie im Aquarium gut und lange haltbar, sollten jedoch ohne störende Fische oder hektische andere Tiere gehalten werden. Idealerweise setzt man sie mit kleinen Seescheiden, Schwämmen, Schlangensternen und ähnlichen friedlichen Tieren zusammen. Dann verlieren sie schnell ihre Scheu und können auch tagsüber beobachtet werden. Zum Vergleich wurde hier noch der Bunte Furchenkrebs Galathea strigosa abgebildet, der auf roter Grundfärbung blaue Querstreifen auf dem Pleon hat. Diese Art ist sehr sauerstoffbedürftig und transportanfällig, kann aber nach einem geglückten Transport gut und lange gehalten werden. Eine Kühlvorrichtung ist hierfür jedoch unbedingt erforderlich.


 
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