Haie - Mittelmeerfauna 2016

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Haie



Haie im Mittelmeer

Die Gefährlichkeit von Haien wird zwar immer noch stark übertrieben, doch ist es Fakt, dass im Mittelmeer vor der Küste Maltas ein etwa 7 Meter langes und 1,5 Tonnen schweres Exemplar des Großen Weißhais Carcharodon carcharias angelandet wurde. Daher liegt es auch sehr nahe, dass Fälle des ungeklärten Verschwindens von Schwimmern oder Tauchern im Mittelmeer nur als ein "Ertrinken" in der Statistik geführt werden, um nicht die zahlreichen Badegäste zu vergraulen. Leider sind allerdings meist die Haie Opfer menschlichen Eingreifens, und nicht selten werfen Fischer jede Menge kleine Haie einfach weg, nachdem sie sie als vermeintliche "Fischereischädlinge" getötet haben. Wer redet mit den Fischern und überzeugt sie vom Gegenteil? Denn ohne Haie gibt es keine gesunden Fischbestände, weil Haie die Kranken ausselektieren. Das Vorhandensein vieler Haie ist eigentlich ein Indikator gesunder Bestände!  

Hundshaie (Galeorhinus galeus) können eine Gesamtlänge von etwa 200 Zentimetern erreichen. Sie gehören zu den subtropischen Haiarten, die sich im Sommer sogar in der südlichen Nordsee fortpflanzen. Man findet sie regulär weltweit in subtropischen Gewässern, wie etwa im Mittelmeer oder vor den brasilianischen Küsten. Ihre aquaristische Haltbarkeit gilt als umstritten, weshalb insbesondere Tierschützer gerne mobil machen, wenn ein Öffentliches Aquarium diese Tiere ausstellen möchte. Das ist sehr schade, denn so kann man ein breites Publikum auch nicht für den Schutz des Meeres begeistern, in dem man ihm die Tiere gezielt vorenthält. Einen lebenden Hai zu sehen oder gar in der Hand zu halten ist auch in der Tat ein besonderes Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.  Die Experten mögen sich darum streiten, ob die Fänge von Hundshaien in immer nördlicheren Gefilden ein weiterer Beleg für die fortschreitende Klimaerwärmung oder für eine Erholung der Fischbestände sind. Vielleicht trifft aber auch schlichtweg beides zu. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es unsinnig ist, sich über den Fang einzelner Haie per Zufallsprinzip durch kleine Kutter oder Fischerboote aufzuregen. Vielmehr muss die Überfischung durch die riesigen Fabrikschiffe gestoppt werden, die mit ihren Geschirren breitflächige Areale des Meeresbodens aus reiner Profitgier systematisch zerstören. Man kann übrigens selbst einen Einfluss auf lokale Fischereien ausüben, wenn man die Fischer dafür sensibilisieren kann, dass die Haie einen positiven Einfluss auf die Erhaltung gesunder Fischbestände ausüben können. Unter Umständen erreicht man damit sogar, dass die Fischer die Haie nach dem Fang wieder lebend ins Meer zurücksetzen.


Der Kleingefleckte Katzenhai Scyliorhinus canicula ist die häufigste Haiart der europäischen Küsten. Er kommt sowohl in der Algenzone als auch über Sand- und Geröllböden vor, wobei er in Tiefen zwischen 10 bis 780 Metern nachgewiesen wurde. Maximal werden diese Haie etwa 120 Zentimeter lang, und sie können mindestens ein Alter von 9 Jahren erreichen. Katzenhaie sind für die Haltung in Aquarien sehr gut geeignet, da sie nicht so große Platzansprüche haben wie freischwimmende Haiarten. Da diese Tiere im Aquarium Längen erreichen können, die deutlich über 50 Zentimetern liegen, müssen sie in entsprechend großen Aquarien untergebracht werden. Sie fressen Tintenfische, Garnelen, Würmer, kleine Krabben und kleine Fische. Wenn sie nicht gerade auf der Jagd sind, dösen sie faul auf dem Bodengrund vor sich hin und sparen so Energie. Katzenhaie werden bei der Fütterung aktiv; sie verwandeln sich dann in elegante Schwimmer. Eine weitere Kuriosität ist es jedoch, dass Katzenhaie sich mittels ihrer Brust- und Bauchflossen auch „watschelnd“ über den Meeresboden fortbewegen können. Diese spezielle Fortbewegungsweise hilft ihnen, wirbellose Bodentiere zu erbeuten. Häufig schreiten sie unter guten Bedingungen auch zu Fortpflanzung. Diese Haie paaren sich, in dem das Männchen das Weibchen mit seinem sehr flexiblen Körper  umwickelt und es mit Hilfe seiner Begattungsorgane, den paarig angeordneten Klaspern, innerlich befruchtet. Einige Wochen nach der Paarung legt das Weibchen je 2 Eikapseln an Seetangstielen ab, wobei sich die Eier sich mit ihren spiralförmigen Haftfäden am Tang verankern. Insgesamt kann ein Weibchen während einer Saison 18-20 Eier legen. Die Entwicklungsdauer ist abhängig von der Wassertemperatur und dauert 8-10 Monate.

Mehr zur Nachzucht erfahren Sie hier:   IG-Meeresaquaristik

Die Fauna des Mittelmeeres: Kieferlose, Fische und Knorpelfische

Dieses Buch handelt von den vielfältigen Bewohnern des Mittelmeeres. Dabei geht es um Haltung und Biologie mancher Fischarten, sowie auch um ungewöhnliche und seltene Spezies. Außerdem wurde das Werk um einige Tiefseefische bereichert, da das Mittelmeer nicht nur ein flaches Schelfmeer ist, sondern auch über mehrere Tiefseebecken verfügt. Darüber hinaus wurden an einigen Stellen auch Anmerkungen zu den Themen Fischerei, Ökologie und Umweltschutz miteingeflochten, da diese Thematiken häufig mit den dargestellten Fischarten korrellieren.

Siehe: Mittelmeerfische

 
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