Langustinos - Mittelmeerfauna 2016

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Langustinos



Langustino, Kaisergranat, Scampi oder Norwegischer Hummer...


...viel Verwirrung herrscht hinsichtlich diesem Tier in unserem Sprachgebrauch. Wie schön wäre es doch, wenn alle diesen prächtigen Zehnfußkrebs einfach nur mit dem korrekten lateinischen Namen erwähnen würden: Nephrops norvegicus. Das ist wenigstens eindeutig!   

Der Kaisergranat wird ohne Scheren bis zu zwanzig Zentimeter lang und wird kommerziell befischt. Er gelangt dann häufig als Scampi oder Langustino auf den Fischmarkt. Etwa achtzig Prozent der Fänge sind Männchen, was belegt, dass die häufig eiertragenden Weibchen zurückgezogener leben und sich wahrscheinlich von den Männchen mit Nahrung versorgen lassen.
Der Kaisergranat Nephrops norvegicus lebt unterhalb von 20 Metern Tiefe auf Schlammböden, wo er in großen Kolonien lebt. Hierbei graben sich die Tiere meterlange Gänge, in die sie sich bei Gefahr zurückziehen. Hier leben sie manchmal mit Fries` Meergrundel Lesueurigobius friesii in Symbiose zusammen. Dabei nehmen sie eine Arbeitsteilung vor: Während der Krebs die Höhle erweitert, bewacht die Grundel den Eingang und warnt den Krebs vor Fressfeinden. Die großen Augen dieses Krebses verraten den Tiefwasserbewohner. Trotzdem kommt es in seltenen Fällen vor, dass man die Tiere in Ebbetümpeln von Inseln findet, die der Küste vorgelagert sind.
Im Aquarium können auch mehrere Männchen problemlos gepflegt werden, da sie im Gegensatz zum Hummer innerartlich sehr friedlich sind und sich bei Rangeleien nicht gegenseitig verletzen. Wenn sie sich begegnen, schieben sie sich mit ihren Scherenbeinen gegenseitig aus dem Weg, packen aber nicht zu. Sie sind sehr soziale Tiere, die häufig zu Hunderten oder gar Tausenden den Meeresboden bevölkern und zusammenhängende Grabensysteme ausheben. Gefangen werden sie mit Schleppnetzen, die von einem Trawler mit einer schweren Eisenstange vor dem Netz über den Grund gezogen werden. Durch die Erschütterungen der Stange wird ein Teil der Krebse aus den Gängen herausgeschreckt und verfängt sich dann im Netz. Teilweise werden sie in sehr großen Tiefen gedredgt, so dass sie aufgrund der krassen Temperaturunterschiede zur Oberfläche recht schnell sterben. Deshalb werden sie im Delikatessenhandel auch nicht lebend gehandelt. Kaisergranate sind vom Nordatlantik bis zum Mittelmeer verbreitet und sind vor allem im mediterranen Raum äußerst beliebte Speisekrebse, die dort meist als Scampi oder Langustino vermarktet werden. Sie sind auch die traditionellste Dekoration einer jeden Paella. Dabei wird allerdings meistens nur das Fleisch aus dem Schwanzstück genutzt, weil es zu mühselig ist, die langen schlanken Scheren auszupulen. Im Aquarium zeigen Kaisergranate auch tagsüber viel Aktivität und lassen sich ohne Scheu beobachten - auf der anderen Seite kann der Krebs auch den Aquarienbesucher beobachten, da er mit seinen Augen erkennen kann, was sich bis zu 4 Meter vor dem Aquarium abspielt.


 
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