Meerbrassen - Mittelmeerfauna 2016

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Meerbrassen



Meerbrassen (Sparidae)


Diese Fischfamilie umfasst diverse Arten, von denen man vor allem Jungtiere sehr gut im Aquarium halten kann. Da manche Arten Hartschalenfresser sind, kann man sie leider nur sehr eingeschränkt zusammen mit robusten Wirbellosen pflegen.

Geiss- oder Zweibindenbrasse (Diplodus vulgaris)   und  Spitzbrasse (Diplodus puntazzo);
unten: Goldstrieme (Sarpa salpa)  und  Goldbrasse  (Sparus aurata).

Die sehr artenreiche Fischfamilie der Meerbrassen gehört zu den typischen barschartigen Fischen, den Perciformes. Ihr gehören mindestens einhundert verschiedene Arten an, die man vor allem im Mittelmeer und an afrikanischen Küsten findet. Nur einige wenige Arten dringen auch gelegentlich in die südliche Nordsee vor. Ihre Vertreter haben stets eine durchgängige Rückenflosse mit starken Stachelstrahlen im vorderen Teil und weicheren Strahlen im hinteren Teil. Sie haben normal große Schuppen und stets ein kräftiges Gebiss, bei dem Zähne und Kiefer miteinander verbunden sind. Auch besitzen manche Arten kräftige Mahlzähne im hinteren Bereich des Kiefers, mit denen sie Muschelschalen und Krebspanzer zermahlen können. Durch ihre Ausscheidungen tragen diese Fische dann zur Bildung von Sedimenten bei und machen den Kalk der verdauten Beute somit für andere Meeresbewohner wieder verfügbar. Andere Arten dieser Familie ernähren sich vorwiegend von Algen. Sie bilden oft kleine Schulen und kleine Trupps, im freien Wasser jedoch auch große Schwärme, um sich besser gegen Raubfische aller Art verteidigen zu können. Manche Meerbrassen werden auch kommerziell gezüchtet, so insbesondere in griechischen Aquakulturen, um die Überfischungssituation im Mittelmeer etwas zu kompensieren. Die meisten Goldbrassen (Sparus aurata) aus dem Speisefischhandel kommen aus solchen Aquakulturen. Meerbrassen sind leider meist nicht besonders farbig, doch können sie sich auch stimmungsabhängig in leuchtende Grundtöne färben. Meist sind sie eher silbern oder dezent blau-gelb gefärbt, doch gibt es auch einige sehr hübsche rötliche Vertreter dieser Familie. Einige Arten dieser Familie können im Laufe ihres Lebens ihr Geschlecht ändern, während andere wiederum auch Zwitter sein können. Deshalb ist es einfach, sie in entsprechend großen Aquarien zu pflegen, wobei man stets eine Haltung in einer kleinen Gruppe anstreben sollte. Hier akzeptieren sie schnell Ersatzfutter jeglicher Art und auch Trockenfutter wird sehr gerne akzeptiert. Doch ist es nicht möglich, sie dauerhaft nur mit Trockenfutter ausreichend zur ernähren. Es sei denn, man verwendet spezielles besonders proteinreiches Granulatfutter, wie es auch in den kommerziellen Aquakulturen verwendet wird. Vor der Anschaffung kleiner Jungtiere sollte man jedoch darüber nachdenken, wo man zu groß gewordene Alttiere lässt... Notfalls hilft da nur eines: Die Bratpfanne! (Und ehe man mir an dieser Stelle irgendetwas nachsagt: Aquarienfische werden von mir nicht verzehrt, grundsätzlich nicht, auch wenn es Speisefische sind!) Deshalb würde ich empfehlen, solche Tiere wieder zurück ins Meer zu bringen (aber möglichst dort, wo sie gefangen wurden) oder sie an ein öffentliches Aquarium abzugeben, damit noch viele andere Menschen daran Freude haben können.

 
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