Rochen - Mittelmeerfauna 2016

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Rochen



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An dieser Stelle seien zwei Vertreter dieser interessanten Knorpelfische vorgestellt, die verschiedenen Familien angehören. Sehr häufig werfen Fischer kleine Rochen als "nutzlosen" Beifang weg, so dass man hier in kleinen Häfen am Mittelmeer schnell fündig werden kann. Der Transport von lebenden Rochen ist jedoch sehr heikel und erfordert eine sehr professionelle Ausrüstung mit guter Sauerstoffversorgung. Aber Vorsicht! Denn es könnten auch elektrische Rochen dabei sein, die Stromschläge austeilen oder Stechrochen mit Giftstacheln...  

Den Gefleckten Zitterrochen Torpedo torpedo findet man vor allem im Mittelmeer, aber auch im Atlantik vom Golfe de Gascogne bis zur angolanischen Küste Westafrikas. Dabei kann man ihn vom Flachwasser bis in etwa einhundert Meter Tiefe antreffen. Die großen blauen Augenflecken machen diese Art unverwechselbar. Zur Verteidigung setzt dieser Zitterrochen nicht nur seine elektrischen Organe auf seinem Rücken ein, sondern er kann sich darüber hinaus in einen stark schleimigen Mantel einhüllen, was die Fresslust von anderen Räubern enorm hemmt. Die Tiere gelten als sehr robust und können aus dem Wasser genommen mehrere Stunden an Deck eines Fischerbootes am Leben bleiben. Deshalb lassen die Fischer sie auch lieber hier oder in ihren trocknenden Netzen sterben, als sie wieder ins Wasser zurück zu setzen, denn hierbei könnten die Zitterrochen Stromschläge mit einer Stärke von bis zu 220 Volt austeilen. Diese Stromschläge sind zwar in der Regel nicht tödlich, sind aber in jedem Fall unangenehm und können auch zu vorübergehenden Lähmungen von Gliedmaßen führen. Bei Tauchern kann die Begegnung mit einem solchen Rochen außerdem auch einen Tauchunfall nach sich ziehen, was im Extremfall mit dem Ertrinken enden könnte. Daher ist ein besonders respektvoller Umgang mit solchen Tieren immer Pflicht!         


Der Blondrochen Raja brachyura kommt regulär im westlichen Mittelmeer, an den nordafrikanischen Küsten und im Ärmelkanal vor. 2015 wurden mehrere Exemplare vor den ostfriesischen Inseln Juist und Norderney gefangen. Dieses kann als ein weiterer Beleg der rasch fortschreitenden Klimaerwärmung gewertet werden, da der Winter 2014/2015 sehr warm war. Vom Nagelrochen Raja clavata kann man den Blondrochen unschwer daran unterscheiden, dass er auf der Körperoberseite zahlreiche kleine schwarze Flecken hat. Außerdem haben die Männchen des Blondrochens nur in der Körpermitte eine Reihe Stacheln, während der Rücken eines männlichen Nagelrochens mit diversen Reihen von Dornen überzogen ist. Darüber hinaus haben Blondrochen stets einige größere beigefarbene Flecken auf dem Rücken. Blondrochen können eine Körperlänge von 120 Zentimetern erreichen und sind vom Flachwasser bis in etwa 400 Meter Tiefe präsent.

 
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